BFS dual B und dual F

Berufsbild

Es handelt sich hierbei um einen dual organisierten Bildungsgang mit den Lernorten Schule und Praktikumsbetrieb.

In der Schule liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung einer breiten kaufmännischen Grundbildung und der Systematisierung der Erfahrungen im Praktikumsbetrieb.

Im Praktikumsbetrieb soll der Schwerpunkt darauf liegen, Einblicke in wirtschaftliche Prozesse und Abläufe zu erhalten.

Hauptzielgruppe für diesen Bildungsgang sind Schüler*innen ab Hauptschulabschluss, die eine kaufmännische Ausbildung anstreben.

Alternativ zur Aufnahme einer kaufmännischen Ausbildung kann bei entsprechenden schulischen Leistungen unter bestimmten Bedingungen auch die Zugangsvoraussetzung zum Besuch der Klasse 12 der Fachoberschule – Wirtschaft und Verwaltung – Schwerpunkt Wirtschaft erworben werden

Schüler*innen sollten Interesse an kaufmännischen Fragestellungen haben und sich für wirtschaftliche Inhalte interessieren. Darüber hinaus sollten sie aktiv im Unterricht mitarbeiten und eine hohe Leistungs-bereitschaft zeigen.

Im ersten Halbjahr findet eine gemeinsame Beschulung als BFS dual B im Klassenverband statt. Je nach schulischen Leistungen kann der Weg im zweiten Halbjahr im Strang „dual B“ fortgesetzt oder es kann in den Strang „dual F“ gewechselt werden. Eine schematische Übersicht zum Schuljahresablauf in der BFS dual B und dual F finden Sie hier.

Eingangsvoraussetzung/en:

  • Hauptschulabschluss ab Klasse 9 oder Klasse 10 ODER Sekundarabschluss I – Realschulabschluss
  • Nachweis Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit bzw. Jugendberufsagentur

Dauer der Ausbildung:

Ein Jahr

Abschlüsse:

  • Erwerb des Sekundarabschluss I – Realschulabschluss
  • Erwerb des Erweiterten Sekundarabschluss I
  • Erwerb der Zugangsberechtigung für die Fachoberschule Klasse 12 (im Strang F)

Schüler*innen mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 müssen für den Erwerb des Sekundarabschluss I – Realschulabschluss oder des Erweiterten Sekundarabschluss I – Realschulabschluss und auch für den Erwerb der Zugangsberechtigung für die Fachoberschule Klasse 12 den erfolgreichen Abschluss der Berufseinstiegsschule (BES) Klasse 2 nachweisen.

Unterschiede BFS dual B und dual F:

BFS dual B BFS dual F
Verkürzte praktische Ausbildung (keine Einbindung der Schulferien) 600 Stunden praktische Ausbildung (z. T. unter Einbezug der Schulferien)
Zielsetzung ist der Übergang in eine Berufsausbildung in Form einer dualen Berufsausbildung oder einer berufsqualifizierenden Berufsfachschule Zielsetzung neben dem Erwerb der Fachhochschulreife ist der Übergang in eine anerkannte Berufsausbildung
Kein Übergang in die FOS 12 möglich Berechtigung zum Besuch der FOS Klasse 12, keine Versetzung in die FOS Klasse 12, sondern Neubewerbung für diese Schulform

Schultage

Erstes Halbjahr:

Fünf Tage die Woche, unterbrochen durch einen 80-stündigen Praktikumsblock.

Zweites Halbjahr:

B-Strang: vier Tage Schule, ein Tag Praktikum
F-Strang: zwei Tage Schule, drei Tage Praktikum

Lernfelder

Es werden berufsbezogene Lernfelder aus dem kaufmännischen Bereich unterrichtet.

Im Vordergrund steht eine breite kaufmännische Grundbildung, orientiert an den Inhalten des ersten Ausbildungsjahres der entsprechenden Schwerpunkte.

Fächer

Deutsch/Kommunikation
Englisch/Kommunikation
Politik
Religion/Werte und Normen
Sport

Prüfung

Die Abschlussprüfung wird in den Fächern Deutsch und Englisch, einer Prüfung in Mathematik/der mathematischen Inhalte sowie einer Prüfung aus den Profilbausteinen des berufsbezogenen Lernbereichs durchgeführt.

Der Bildungsgang bietet mehrere Chancen:

  • Passgenaue Entscheidungshilfe für die eigene schulische und berufliche Laufbahn
  • Möglichkeit des Wechsels zwischen unterschiedlichen Schwerpunkten im ersten Schulhalbjahr
  • Enge Praktikums- und Lernbegleitung
  • Entwickeln von Chancen für individuelle Bildungswegentscheidungen
  • Beratung, Förderung, Coaching entsprechend der Eingangskompetenzen durch multiprofessionelle Teams
  • Coaching und Beratung in der Stundentafel verankert
  • Anrechnung des ersten Jahres einer dualen Ausbildung möglich
  • Bei entsprechender Bereitschaft des Praktikumsbetriebs ist ein Übergang in ein duales Ausbildungsverhältnis jederzeit möglich

Organisation

Im ersten Halbjahr 80 Stunden, im zweiten Halbjahr je nach Strang.

Im Laufe des Schuljahrs sind in der BFS dual B insgesamt 240 Stunden Praktikum zu leisten.

Bei einem Wechsel in die BFS dual F zum Halbjahr sind im Laufe des Schuljahrs insgesamt 600 Stunden Praktikum zu leisten.

Praktikumsbetriebe

Das Praktikum soll der Berufsorientierung dienen, die (Ausbildungs-)Reife der Schülerinnen und Schüler fördern sowie auf eine Ausbildung vorbereiten. Die Unterrichtsinhalte sollen durch das Praktikum einen stärkeren Realitäts- und Praxisbezug erfahren. Eine strukturierte Einbindung in den betrieblichen Alltag durch die Erledigung von ausbildungsnahen Aufgaben ist dafür unbedingt notwendig.

Vor diesem Hintergrund ist es wünschenswert, dass der Praktikumsbetrieb im Idealfall ein Betrieb ist, in dem kaufmännisch ausgebildet wird und dass es dort für die Praktikant*innen eine*n Ansprechpartner*in gibt, der/die im Umgang mit jungen Menschen erfahren ist.

Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

FAQs zur BFS dual B und dual F (FAQs zur BFS dual als Download)

1. HH dual, HH dual plus – BFS dual B und BFS dual F: Was heißt das alles?

Die BFS dual B und dual F ist die Weiterentwicklung der HH dual, der HH dual plus und der FOS Klasse 11.

Weiterentwicklung heißt in diesem Fall:

Die BFS dual B und BFS dual F ersetzen ab dem kommenden Schuljahr die Berufsfachschulen Wirtschaft für Hauptschul- und Realschulabsolvent*innen (also auch die HH dual und die HH dual plus) sowie die Klasse 11 der Fachoberschule Wirtschaft.

Die BBS Cora Berliner setzen mit der BFS dual B und dual F ihre erfolgreiche Arbeit aus der HH dual und HH dual plus fort. Erstmals können sich für diese Schulform aber Hauptschul- und Realschulabsolvent*innen anmelden.

Wesentliche Elemente wie die Praktikumsbetreuung und -reflexion, Berufsorientierung, Coaching und Beratung (um nur einige zu nennen) werden in der Konzeption der BFS dual weitergeführt.

2. Was verbirgt sich hinter den Bezeichnungen dual B und dual F?

Im ersten Schulhalbjahr wird der Bildungsgang ausschließlich als BFS dual B geführt. Im zweiten Halbjahr werden dann die Schüler*innen noch stärker auf ihr individuelles Ziel vorbereitet: Hierbei bereitet die BFS dual B die Lernenden intensiv auf eine duale Berufsausbildung vor, die BFS dual F auf den Besuch der Klasse 12 der Fachoberschule Wirtschaft.

3. Welche Schüler*innen können zum zweiten Halbjahr in den F-Strang wechseln?

Schüler*innen,

  • die mindestens über den Sekundarabschluss I-Hauptschulabschluss oder einen anderen gleichwer­tigen Bildungsstand verfügen,
  • die die entsprechenden Leistungsanforderungen erfüllen und
  • denen von der Klassenkonferenz der Strang F der Berufsfachschule dual empfohlen wird,

können zum 2. Halbjahr in den F-Strang wechseln.

4. Welche Abschlüsse können in der BFS dual B und BFS dual F erworben werden?

Wer nach der 10. Klasse mit einem Realschulabschluss zu uns kommt, kann mit bestimmten Noten den Erweiterten Realschulabschluss erwerben.

Wer den Hauptschulabschluss nach der 10.Klasse mitbringt, kann den Realschulabschluss oder sogar den Erweiterten Realschulabschluss erwerben.

Wer mit einem Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse zu uns kommt, muss für den Erwerb eines höherwertigen Abschlusses zunächst die zweite Klasse der Berufseinstiegsschule besucht haben. Die Fachrichtung der besuchten Berufseinstiegsschule ist dabei unerheblich. Es muss nicht Wirtschaft gewesen sein.

5. Kann man in der BFS dual B und dual F die Zugangsberechtigung für die FOS 12 erwerben?

Schüler*innen der BFS dual F können die Zugangsberechtigung für die FOS 12 erwerben. Die Lernenden erfüllen die Zugangsvoraussetzungen zur Fachoberschule Klasse 12 wenn,

  • der Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis der BFS dual F mindestens 3,0 beträgt,
  • die Note im berufsbezogenen Lernbereich – Praxis im Abschlusszeugnis mindestens die Note „befriedigend“ beträgt,
  • in den den Lernbereichen zugeordneten einzelnen Fächern und Profilbausteinen ins­gesamt entweder in nicht mehr als zwei Fällen die Note „mangelhaft“ oder höchstens in einem Fall die
  • Note „ungenügend“ erreicht worden ist und
  • der Nachweis von insgesamt 600 Zeitstunden praktischer Ausbildung/gelenktem Prak­tikum vorliegt. (nähere Erläuterungen s. Frage 10)

Von der BFS dual B ist kein Übergang in die Fachoberschule Klasse 12 möglich.

6. Kann ein*e Hauptschüler*in in diesem Bildungsgang die Zugangsberechtigung für die FOS 12 erwerben?

Ja, sofern er*sie den Abschluss nach der 10. Klasse mitbringt und die entsprechenden Voraussetzungen (s. 5.) erfüllt.

7. Wenn jemand gerade die HH oder die FOS Klasse 11 besucht und den Abschluss dort nicht schafft – ist eine Wiederholung in der BFS dual möglich?

Schüler*innen, die in diesem Schuljahr den Abschluss nicht erreichen, können in der BFS dual das Jahr wiederholen.

8. Ich habe gehört, dass man gute Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe bekommt. Welche sollen das sein?

Es sind nicht direkt Ausbildungsberufe – aber wir geben Einblicke in die folgenden kaufmännischen Berufsbereiche, die wir als Schwerpunkte bezeichnen:

  • Bürodienstleistungen
  • Handel
  • Lagerlogistik
  • Tourismus, Veranstaltungen, Sport und Fitness

9. Wie werde ich über diese verschiedenen kaufmännischen Berufsbereiche informiert?

Zwischen Sommer- und Herbstferien werden diese verschiedenen vier Schwerpunkte im Unterricht ausführlich vorgestellt. Unmittelbar vor den Herbstferien entscheiden sich die Schüler*innen für einen Schwerpunkt. Damit eine gute Entscheidung getroffen werden kann, gibt es durch uns eine intensive Beratung und Unterstützung.

Der Unterricht in den Schwerpunkten umfasst nach den Herbstferien vier Stunden pro Woche und findet in Kursen statt, der restliche Unterricht wird im Klassenverbund erteilt.

10. Was lerne ich in den Schwerpunkten kennen?

Im Schwerpunkt werden die zentralen berufsspezifischen Kompetenzen des jeweiligen Berufsbildes vermittelt und berufstypische Situationen erarbeitet. Damit schaffen wir eine Grundlage, den passenden Ausbildungsberuf auszuwählen.

Im Schwerpunkt Bürodienstleistungen sind dies z. B. Büroorganisation und Beschwerdemanagement, im Schwerpunkt Lagerlogistik Lagerarten und Kommissioniermethoden, im Schwerpunkt Handel Verkaufsgespräche und Warenpräsentation.

Im zweiten Halbjahr sind in der BFS dual B nur noch zwei Stunden Schwerpunktunterricht vorgesehen und in der BFS dual F entfällt dieser Unterricht komplett.

11. Wie viele Stunden Praktikum sind in der BFS dual B und dual F vorgesehen?

Im ersten Halbjahr werden 80 Stunden Praktikum abgeleistet. Diese finden zwischen Herbst- und Weihnachtsferien statt. Je nachdem, ob der Bildungsgang im zweiten Halbjahr als dual B oder dual F fortgesetzt wird, ist die Dauer des noch zu leistenden Praktikums unterschiedlich. In der dual B müssen  noch 160 weitere Stunden geleistet werden, in der dual F weitere 520 Stunden (von denen allerdings 120 Stunden in die FOS 12 verlagert werden können).

Unterrichtsorganisatorisch stellt sich die Aufteilung zwischen Praktikum und Schule im zweiten Halbjahr so dar, dass Schüler*innen in der BFS dual F an drei Tagen pro Woche im Praktikumsbetrieb sind und Schülerinnen in der BFS dual B an einem Tag.

12. Ist es erforderlich bis Schuljahresbeginn einen Praktikumsvertrag vorzulegen?

Nein, ein Praktikumsplatz muss als Aufnahmevoraussetzung nicht vor­liegen.

13. Unterstützt die Schule bei der Praktikumssuche?

Die BBS Cora Berliner arbeiten seit Jahrzehnten eng und vertrauensvoll mit Ausbildungsbetrieben zusammen. Daher wissen wir, welcher Betrieb sich für welches Praktikum gut eignet. Diese Kontakte geben wir an unsere Schüler*innen weiter und unterstützen darüber hinaus individuell bei der erfolgreichen Praktikumssuche.