Jung im Herzen, stark in der Haltung: Die „Omas gegen rechts“ treffen auf junge Köpfe

3. November 2026

Wenn engagierte Omas auf junge Köpfe treffen, wird es spannend: An der BBS Cora Berliner begegneten sich Elisabeth Niemann-Dieke und ihre Mitstreiterinnen mit Schüler*innen der Fachoberschule Wirtschaft zu einem generationsübergreifenden Austausch über Demokratie, Vielfalt und die Kunst, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Was haben junggebliebene Omas und junge Erwachsene gemeinsam? Eine ganze Menge – vor allem dann, wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht! Das bewiesen Elisabeth Niemann-Dieke und ihre engagierten Mitstreiterinnen von den „Omas gegen rechts“ bei ihrem Besuch an der BBS Cora Berliner.

Statt des erhobenen Zeigefingers gab es offene Gespräche, statt fertiger Antworten jede Menge Gesprächsstoff. Gemeinsam mit den Schüler*innen der Fachoberschulklasse FW 26a ging es um Fragen, die mitten ins Leben treffen: Wie streiten wir, ohne uns zu verlieren? Wie gehen wir mit unterschiedlichen Meinungen um? Was bedeutet Demokratie eigentlich im Alltag? Und wie soll die Gesellschaft aussehen, in der wir morgen leben möchten?

Dabei wurde schnell deutlich: Der Name „Omas gegen rechts“ ist zwar Programm, ihr Engagement geht aber weit über eine politische Himmelsrichtung hinaus. Im Mittelpunkt steht die Verteidigung demokratischer Grundwerte. Es geht gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung – und gegen antidemokratische Einstellungen und Haltungen, ganz gleich, woher sie kommen. Denn Menschenwürde, Freiheit und ein respektvolles Miteinander sind keine Frage der politischen Richtung, sondern das Fundament unserer Demokratie.

Auch Themen, bei denen es durchaus knifflig werden kann, kamen auf den Tisch: Antisemitismus, Asyl und Zuwanderung. Doch den Besucherinnen ging es nicht darum, den Jugendlichen ihre Sicht der Dinge vorzugeben. Im Gegenteil: Besonders wichtig war ihnen, was die Schüler*innen selbst beschäftigt. Welche Erfahrungen machen sie? Was erleben sie in ihrem Umfeld? Wo begegnen ihnen Vorurteile, Konflikte oder Ausgrenzung? Und was möchten sie verändern?

Genau darin lag der besondere Wert des Workshops: Die Jugendlichen waren nicht bloß Zuhörende, sondern Gesprächspartner*innen auf Augenhöhe. Lebenserfahrung traf auf neue Perspektiven, unterschiedliche Meinungen aufeinander – und aus mancher Frage wurde vielleicht ein neuer Gedanke. Es wurde diskutiert, nachgefragt, widersprochen und zugehört. Denn Demokratie bedeutet nicht, immer einer Meinung zu sein. Sie bedeutet, Unterschiede auszuhalten, respektvoll miteinander zu streiten und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Und die FW 26a? Die lässt die Omas nicht einfach so wieder ziehen!

Für ihren Besuch erhielten die engagierten Frauen von den Schüler*innen ausschließlich Bestnoten. Ein schönes Kompliment, das zeigt, dass der Funke übergesprungen ist. Noch wertvoller sind allerdings die Gedanken und Impulse, die die Jugendlichen mit in ihren Alltag nehmen: genauer hinsehen, eigene Standpunkte hinterfragen, Haltung zeigen und anderen Menschen mit Respekt begegnen.

Was bleibt? Ein Workshop, der gezeigt hat, dass Demokratie keine Frage des Geburtsjahrgangs ist. Sie lebt vom Mitreden, Mitdenken, Widersprechen und Mitgestalten. Und manchmal braucht es dafür einfach ein paar engagierte, junggebliebene Omas, offene Ohren und junge Menschen, die Lust haben, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Denn für eine demokratische Haltung ist man nie zu jung – und ganz bestimmt nie zu alt!